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Sprachforschung in der Praxis - Frauen im "Wartezimmer" Bei Frauen können ÄrztInnen komplexe Schmerzen weniger gut
diagnostizieren als bei Männern - die Ursachen dafür liegen
im Sprachgebrauch. Diese für ÄrztInnen wie auch PatientInnen
wichtige Erkenntnis liefert ein soeben abgeschlossenes Projekt des Österreichischen
Wissenschaftsfonds FWF. Die Forschungsergebnisse zur geschlechtstypischen
Schmerzbeschreibung werden nun am 2nd International Congress of Gender
Medicine am 2. und 3. Juni in Wien präsentiert. Dass Frauen von der Venus und Männer vom Mars sind, glauben wir schon lange zu wissen - wissenschaftlich belegt ist nun, dass in der Beschreibung von komplexen Schmerzen Welten zwischen Mann und Frau liegen. Dies zeigen Untersuchungen von PatientInnen, die unter komplexen Kopfschmerzen leiden. Während weibliche Patienten diese Beschwerden gegenüber ÄrztInnen sehr verkürzt und abgeschwächt darstellen, beschreiben Männer ihre Schmerzen äußerst konkret. Damit sind männliche Patienten bei der Schmerzbehandlung im Vorteil, da es für die Diagnostik und Therapie sehr wichtig ist, den Schmerz genau zu analysieren. Fehlende Verständigung Dass die Kommunikation zwischen ÄrztInnen und PatientInnen auch auf anderen Ebenen unzureichend ist und zu Missverständnissen führt, zeigt das Projekt anhand von Untersuchungen an weiteren PatientInnen mit chronischen Schmerzen. Während MedizinerInnen im Gespräch mit PatientInnen wiederum primär an der Schmerzanalyse interessiert sind, stehen für diese - die eine langjährige Erfahrung mit den eigenen Schmerzen haben - beispielsweise Behandlungsalternativen im Vordergrund. Hier erfüllt das Arztgespräch oftmals nicht die Erwartungen der PatientInnen, die gerne in die Entscheidungsfindung eingebunden werden wollen. Die Ambulanz als Labor Bereits zuvor hatte das Team Hinweise, dass Frauen und Männer Brustschmerzen bei koronaren Herzerkrankungen im Gespräch unterschiedlich darstellen. Mit dem jetzt abgeschlossenen Projekt konnten diese geschlechtstypischen Unterschiede in der Kommunikation auch bei komplexen Formen von Schmerzen festgestellt werden. Die gesammelten Forschungsergebnisse werden auf dem am 2. und 3. Juni in Wien stattfindenden International Congress of Gender Medicine präsentiert. Langfristiges Ziel des Teams ist es, die im Rahmen des FWF-Projekts aufgezeigten Sprachschwierigkeiten zu beheben und ÄrztInnen entsprechend zu sensibilisieren. Wissenschaftlicher Kontakt Der Wissenschaftsfonds FWF Redaktion & Aussendung
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Fonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung (FWF) Haus der Forschung, Sensengasse 1, A-1090 Wien T +43-1-505 67 40 F +43-1-505 67 39 office@fwf.ac.at - www.fwf.ac.at |
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