Wer als "Mensch mit Migrationshintergrund" neudeutsch bezeichnet wird, hat es schwerer, wenn er auch noch behindert ist.
(Reporter7.com 11.07.2007) Das vom Bundesministerium für Gesundheit geförderte 2-jährige Projekt ist beim Zentrum für selbstbestimmtes Leben behinderter Menschen in Mainz (ZsL) angesiedelt. Als Modellprojekt richtet es sich an Migranten und Migrantinnen mit Behinderung oder chronischer Erkrankung im gesamten Rhein/Main-Gebiet.
(Saydam.de) Mainz - Wer als "Mensch mit Migrationshintergrund" neudeutsch bezeichnet wird, hat es schwerer, wenn er auch noch behindert ist. "Ei, Ausländer und dann auch noch behindert..." tönt es uns entgegen. ZsL Mainz startet das Projekt "Ganzheitliche Integration behinderter und chronisch kranker Migrantinnen und Migranten (GIB)".
Das vom Bundesministerium für Gesundheit geförderte 2-jährige Projekt ist beim Zentrum für selbstbestimmtes Leben behinderter Menschen in Mainz (ZsL) angesiedelt. Als Modellprojekt richtet es sich an Migranten und Migrantinnen mit Behinderung oder chronischer Erkrankung im gesamten Rhein/Main-Gebiet.
„Das Projekt hat das Ziel, auf die gesellschaftliche Teilhabe von behinderten und chronisch kranken Menschen hinzuwirken. Hierbei wird der Fokus auf die Integration von Migrant/innen gelegt. Diese haben aufgrund einer Behinderung oder chronischen Krankheit doppelte Hürden zu überwinden - in der eigenen Herkunftskultur sowie in der gesellschaftlichen Realität der BRD. Es wird einerseits durch Information und Vorträge präventiv auf die jeweiligen Vereine und Migrationsgruppen eingewirkt, andererseits werden behinderte und chronisch kranke Migrant/innen bei der Integration in das gesellschaftliche Leben und die Arbeitswelt beraten und begleitet. Besonderes Merkmal ist die Beratung durch Fachkräfte, die selbst Migrationshintergrund sowie Behinderung aufweisen.", so der Projektleiter Hans-Peter Terno.
Durch Vorträge und Gruppenmoderation in islamischen Moscheegemeinden, katholischen Ausländermissionen und Einrichtungen anderer religiöser Gruppen, sowie in Eltern-, Kultur- und Heimatvereinigungen sollen die Projektinhalte Verbreitung finden. Ausländerbeiräte, Ausländerberatungsstellen, kommunale Gremien wie z.B. Sozialausschüsse, politische Mandatsträger, gesellschaftliche Institutionen und Vereinigungen sollen ebenfalls durch Vorträge und Gruppenmoderation für das Problem sensibilisiert werden.
Dabei soll die Stärkung behinderter und chronisch kranker Menschen mit Migrationshintergrund durch Auseinandersetzung mit der eigenen Geschichte, der eigenen Behinderung bzw. Krankheit und den eigenen Fähigkeiten gefördert werden. Sie sollen bei der Eigenpräsentation gegenüber Dritten (Angehörigen der eigenen Gruppe, Gesamtgesellschaft, Institution, Arbeitgeber), der Persönlichkeit und Identität durch Selbsterfahrung gestärkt werden. Teilhabe am gesellschaftlichen Leben und der Arbeitswelt (Teilhabe am Arbeitsleben, Teilhabe in der Gemeinde/Wohnen, Freizeit, Abbau beschäftigungshemmender Faktoren) soll gesteigert werden. Auch die Stärkung bürgerschaftlichen Engagements von behinderten und chronisch kranken Migrantinnen und Migranten gehören zur den Projektzielen.
Projektmaßnahmen sind:
Beratungs- und Gruppenangebote in Mainz, Ingelheim, Wiesbaden, Frankfurt und Rüsselsheim
Öffentlichkeitsarbeit und Schulung Ehrenamtlicher
Selbstdarstellungstraining
Selbsterfahrung
Informationen zum Rehabilitationssystem
Motivation zur Teilhabe am gesellschaftlichen und dem Arbeitsleben
Vermittlung zur beruflichen Qualifizierung
Rollen erkennen, Rollen spielen, unterschiedliche Rollen einnehmen
Die einzelnen Schulungsmaßnahmen werden auch gesondert für behinderte und chronisch kranke Mädchen und Frauen mit Migrationshintergrund angeboten.
Für das Projekt arbeiten (von links nach rechts) Ismail Sackan, Encarna Romero-Müller und Hans-Peter Terno (Foto oben links), behinderte Menschen mit Migrationserfahrungen im In- und Ausland.
Weitere Informationen:
ZsL Mainz e.V.,Rheinstraße 43-45,55116 Mainz
Tel.: 06131/146743
Fax: 06131/14674-440
E-Mail: info@zsl-mainz.de
Web:
http://www.zsl-mainz.de
Link:
http://www.saydam.de/front_content.php?idcatart=1156
www.saydam.de